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Georg Schweinfurth – der letzte Einzelgänger

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Geheimnisse Afrikas gelüftet. Einzig das Kongobecken breitete sich noch als großer weißer Fleck auf den Landkarten aus. Das Innere Zentralafrikas war immer noch unerforschtes Gebiet. Zahlreiche Expeditionen, die dem Nil flussaufwärts folgten, scheiterten an der schier unüberwindlichen Sumpflandschaft des Gazellenflusses im heutigen Südsudan. Es war der deutsche Wissenschaftler Georg Schweinfurth, dem es um 1870 herum schließlich gelang, hinter diese natürliche Barriere zu gelangen. Mit arabischen Sklavenhändlern zog er von hier aus weiter bis in den heutigen Nordost-Kongo. Als erster Europäer überquert er den Ullefluß, wo er das Volk der Akka entdeckt. Sein Reisebericht „Im Herzen von Afrika“ gehört zu den wirklich lesenswerten Klassikern der Reiseliteratur. Er gibt einen tiefen, wissenschaftlich unvoreingenommenen Einblick in das „Herz der Finsternis“, wobei seine Darstellung des Kannibalismus nicht ohne Kritik geblieben ist. Seine Schilderungen verdeutlichen auch die Konfliktlinien, die bis heute zwischen arabisch- und afrikanischstämmigen Volksgruppen im Sudan bestimmend sind.

Georg Schweinfurth ist der vielleicht letzte große Einzelgänger der Afrikaforschung. Seine Expedition war wegweisend, aber auch sein restliches Forscherleben hat viel zum Wissen über Nordafrika beigetragen. Die FU Berlin hat vor zwei Jahren ihren Fundus an Zeichnungen von Schweinfurth digitalisiert und gemeinsam mit vielen detaillierten Informationen online gestellt. Ein beispielhaftes Projekt! Zu finden ist dort unter anderem die unten abgebildete Karte, die seine zahlreichen Forschungsreisen zeigt.

Kurzinfo: Georg Schweinfurth (geb. 29. Dezember 1836 in Riga, gest. 19. September 1925 in Berlin), deutscher Afrikaforscher. Literatur: Schweinfurth-Schriften beim Projekt Gutenberg
Forschungsreisen von Georg Schweinfurth | © Botanischer Garten FU Berlin

Forschungsreisen von Georg Schweinfurth | © Botanischer Garten FU Berlin

 

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